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Strümpfe – Stützstrümpfe – Kompressionsstrümpfe

Darf man in einem Modeblog über Stützstrümpfe oder gar über Kompressionsstrümpfe schreiben? Ja, ich denke, man muß sogar. Es ist nicht immer alles rosarot, und wir werden alle älter. 🙂 Es gibt so wenig praktische Informationen zu diesen Strümpfen. Es gibt so viele Vorurteile, selbst bei Fachleuten, so viele Resentiments – die schlimmstenfalls positiven, gesundheitlichen Entwicklungen im Weg stehen.

In letzter Zeit entspannten sich auf Twitter und diversen Hangouts Diskussionen um die Haltbarkeit von Feinstrümpfen und Stützstrümpfen sowie um das Tragen von Kompressionsstrümpfen. Ich habe alle Stufen durchlaufen – und hier ist sie, meine Geschichte, gemischt mit Fakten und Links zu den einzelnen Strümpfen. Ich hoffe, es hilft Euch weiter.

Wortschnittchen, die auch einen wunderbaren Beitrag zu Strümpfen geschrieben hat, gab in ihrem Tweet genau das wieder, was ich auch jahrelang erlebt hatte. Die Feinstrumpfhosen hatten innerhalb kürzester Zeiten Laufmaschen oder gezogene Reihen oder sie rissen im Schritt. Das war „unglücklich“ und teuer. Leider gab mir damals niemand den Tipp, den @isabo_ parat hatte, aber den ich heute vollumfänglich unterschreibe:

Stützstrümpfe

Kauft Euch Stützstrümpfe, die guten, die teuren, selbst wenn Ihr sie gesundheitlich gar nicht braucht. Sie rechnen sich sofort. Es gibt so gut wie nie Laufmaschen. Was hätte ich mir Geld gespart, wenn ich sie früher benutzt hätte. Aber wie immer in meiner Geschichte werde ich einen Schritt hintendran sein. Ihr werdet sehen. (Denn als ich Stützstrümpfe für mich entdeckte, sollte ich eigentlich schon aus gesundheitlichen Gründen zwischendurch Kompressionsstrümpfe tragen. Aber dazu später mehr.)

Stützstrümpfe sind normal im Einzelhandel käuflich zu erwerben. Sie haben nicht viel mit den medizinisch verordneten Kompressionsstrümpfen zu tun. Der Druck, den sie ausüben, ist im Gegensatz dazu sehr gering. Allen Stütz- und Kompressionsstrümpfen liegt aber die Idee zu Grunde, daß sich durch den Druck der Blutrückfluß zum Herzen verbessert und die Venenklappen dadurch unterstützt werden. Viele Reisestrümpfe werben mit diesem Effekt. Und ja, ich merke den stützenden Effekt dieser Strümpfe, auch wenn er sehr leicht ist. Und ich finde, daß das Bein damit besser aussieht – wesentlich fester – aber das kann auch Einbildung sein. 🙂

Ich habe mich vor Jahren schon für BAHNER Stützstrümpfe halterlos entschieden. Daran war die wirklich gute Beraterin in meinem Strumpfgeschäft „schuld“. Halterlos hatte ich für mich nie in Erwägung gezogen – ich hielt für einen tadellosen Sitz meinen Oberschenkelumfang einfach für zu groß. Aber nichts da. In über 10 Jahren Benutzung hatte ich nie Probleme mit herunterrollenden Strümpfen, dem breiten Haftrand sei Dank. Es gibt sie aber auch als Strumpfhose, wer von Euch das lieber hat.

BAHNERStützstrümpfe halterlos 70den Stützklasse 3 – 25 Euro (als Stützstrumpfhose 30 €)
BAHNERStützstrümpfe halterlos 40den Stützklasse 2 – 19 Euro (als Stützstrumpfhose 19 €)

Kompressionsstrümpfe – rundgestrickt

Aber zu den Stützstrümpfen kam ich eigentlich erst, als ich Kompressionsstrümpfe – im ersten Moment für Flugreisen und für heiße Sommertage – verschrieben bekam. Für diese Kompressionsstrümpfe muß man mit einem Rezept ins Sanitätshaus, dann wird die Länge des Beins und ich meine, an ca. 4 Stellen am Bein Maß genommen. Dann gibts (wenn man nicht völlig aus dem Maßstab läuft) Strümpfe „von der Stange“. Man kann inzwischen zwischen vielen Farben wählen.

Ärzte verschreiben (warum auch immer) gerne Strümpfe bis zum Knie und mit offenen Zehen. Wie furchtbar – mit offenen Zehen – bei Frauen. Wie sieht denn das aus. Wenn man immer nur Turnschuhe und Stiefel trägt, mag das angehen, aber ich empfehle schon die „mit-Zehen-Variante“, dann ist es wenigstens ein richtiger Strumpf. Und die Zehen will ich mir ja auch nicht abfrieren. Auch die „Knie-Variante“ halte ich nicht für ideal, sie schnürt an an Stellen, an denen viele Frauen sowieso nicht besonders zart gebaut sind oder gerne Krampfadern habe. Ich entscheide mich auch hier immer für die „Oberschenkel-Länge mit Zehen“. (Es gibt aber auch Knie-, Halbschenkel-Länge als auch Strumpfhosen.) Die Strümpfe gibt es übrigens in vier Kompressionsklassen I – IV, die der Arzt festlegt.

Bei den Halbschenkel- und Oberschenkel-langen Strümpfen ist der Rand des Strumpfes normalerweise mit einem silikonbesetzten Haftrand versehen. Je nach Hersteller könnt Ihr verschiedene Haftränder wählen. Ihr solltet das nutzen – es macht riesige Unterschiede beim Tragekomfort (hier die Haftränder bei Juzo). 

Haftbaender Stuetzstruempfe

Zwei verschiedene Anti-Rutsch-Bänder bei Kompressionsstrümpfen

Während die „Drei-Reihen-Variante“ bei mir im Sommer und bei großer Hitze schon mal zu kleinen Wunden oder gereizter Haut führt, ist das Noppenband sehr viel angenehmer zu tragen. Hier habe ich nie das Gefühl, daß ich schwitze oder etwas reibt. Aber das müßt Ihr selbst ausprobieren.
Der Strumpf an sich dehnt sich sowohl in der Länge als auch in der Breite. Meist ist er aus elastischer Chemiefaser. Für einen angenehmeren Tragekomfort gibt es inzwischen aber auch welche mit einer Baumwoll-Beimischung, wie ich sie trage. Und er ist rundgestrickt, und zwar so, daß der Druck von oben nach unten zunimmt. 

Wenn man das erste Mal Kompressionsstrümpfe trägt bzw. sie beim ersten Mal auch angezogen bekommt, ist das unglaublich unangenehm und man will einfach nur wieder raus. Aber:

  • Laßt Euch Zeit beim Anziehen! Nehmt Euch Zeit. (Es geht bald ganz flux.)
  • Laßt es Euch ausführlich (auch mehrmals im Sanitätshaus) zeigen.
  • Zieht die Strümpfe umgestülpt Stück für Stück an. Am oberen Rand aufwärts zu ziehen, führt nicht zum Erfolg. Nur wenn der Knöchel sitzt, wird es was.
  • Zieht die Strümpfe gleich nach Aufstehen und Bad an, dann sind die Beine am dünnsten.
  • Manchen hilft es, wenn die Beine eingecremt sind (mir nicht).
  • Tragt dünne Gummihandschuhe (bis Ihr Euch an das Anziehen gewöhnt) habt, alles rutscht dadurch besser und Ihr bleibt nicht mit den Fingernägeln hängen.

Wenn sie richtig passen, fallen sie Euch beim Tragen bald nicht mehr auf. Ich war nicht geduldig. Ich trug die Strümpfe nur widerwillig. Auf Flugreisen immer, aber sonst nur selten. Sie wurden keine Gewohnheit. Und da der gesundheitliche Druck nicht dahinter stand … ließ ich es schleifen und trug sie eben mal hier mal da.

Dann änderte sich aber bei mir die Diagnose, und ab sofort trug ich sie laufend. Am Anfang sehr widerwillig, inzwischen völlig problemlos. Das Anziehen ist Routine geworden und auch kein Problem. Das Aussehen ist für mich im Winter, unter Hosen oder mit schwarzen Modellen problemlos. Im Sommer oder aber zu einem eleganten Rock oder Abendkleid, fällt es mir schon schwer. Da wähle ich dann doch die Stützstrümpfe und lasse die Kompressionsstrümpfe mal daheim.

Und: Sie sind nicht soooooo schlimm, wie jeder immer erzählt – der sie wahrscheinlich auch nur im Schrank liegen hat, aber sie nie trägt.

Struempfe 3

Halterlose Stützstrümpfe, rundgestrickte Kompressionsstrümpfe, flachgestrickte Kompressionsstrümpfe
(von links nach rechts)

Kompressionsstrümpfe – flachgestrickt

Jetzt scheine ich aber nicht die ideale Form für Kompressionsstrümpfe von der Stange zu haben. Im Kniebereich schneiden mir die rundgestrickten immer wieder unangenehm ein. Meine Krankengymnastin machte mich auf die Möglichkeit aufmerksam, mir flachgestrickte Kompressionsstrümpfe verschreiben zu lassen. Diese werden wirklich auf Maß gearbeitet und schneiden deshalb nicht mehr ein. Das gefiel mir. Aber so gut wie jeder, dem ich davon erzählte, stöhnte auf. „Was? Flachgestrickt? Die kann man ganz schlecht anziehen. Die sind zu dick. Die sind häßlich. Die trägt nie einer.“

Selbst meine Ärztin meinte, die meisten ihrer Patienten würden diese nicht tragen. Hmmm. Und als ich doch mit dem Rezept im Sanitätshaus ankam, was sagte da die Beraterin? „Wollen Sie sich das wirklich antun?“ Ich kann ja manchmal stur sein … und ich wollte das ausprobieren. Für diese Strümpfe wird an geschätzten 20 Stellen an jedem Bein das genaue Maß genommen. Danach werden dann zwei wirklich individuelle Strümpfe (links und rechts verschieden) hergestellt. Und auch hier gibt es wieder verschiedenste Farben und Haftbänder.

Ja, ich erschrak, als ich „mein Paar“ in der Hand hatte. Sie sind dick und sie haben hinten eine Naht. Aber was tut man nicht alles für die Gesundheit. Ich zog sie an. Das Anziehen ist, wenn man das bei den Rundgestrickten beherrscht, überhaupt kein Problem. Und sie sitzen wie eine Eins, sie schneiden nicht ein, sie sind nicht zu lang, sie sind wie eine dicke, zweite Haut.

Und da kommen wir zu einem der zwei Probleme – sie sind warm. Jetzt bin ich ja grundsätzliche eine, die immer friert, aber diese Strümpfe halten richtig warm. Zuhause ersparen sie die Jogginghose. Und im Winter die Wollstrumpfhose. 🙂
Außerdem sind sie jetzt weder elegant noch ästhetisch, schon gar nicht sexy. Aber gibt es wichtigeres als die Gesundheit? Ein oft benutzter Satz, aber er stimmt einfach. Und trotzdem sind sie nicht hübsch, das kann man nicht wegdiskutieren. Aber seien wir mal ehrlich? Haben wir jeden Tag ein erstes Date? Ein Abendkleid an? Feine Schuhe? Nein, es gibt genügend Gelegenheiten, diese Strümpfe zu tragen, wenn man sie tragen muß.

Struempfe Stuetzstruempfe flach rund

Maschenbild rundgestrickte (links) und flach gestrickte (rechts) Kompressionsstrümpfe

Noch zwei Anmerkungen:

  • Pflege: Die Strümpfe lassen sich bei 30 Grad im Pflegeleichtprogramm der Waschmaschine problemlos waschen. Aber Trocknen über der Heizung oder im Trockner haben sie nicht so gern.
  • Für die Fotos habe ich, weil man einfach das Maschenbild deutlicher sieht, die „hautfarbenen“ Strümpfe genommen, aber es gibt alle Strümpfe in vielen Farben und von verschiedenen Herstellern.

Daß ich mal den bisher längsten Artikel des Modeblogs über Stütz- und Kompressionsstrümpfe schreiben würde, hätte ich auch nicht gedacht. Aber das wars jetzt. Ich hoffe, ich konnte ein bißchen Licht ins Dunkel der Strümpfe bringen.

Wenn Ihr Fragen habt, bitte gerne. Ansonsten gilt wie immer: Zu medizinischen Anwendungen, Risiken und Nebenwirkungen fragt Eure Ärztin oder Eure Apothekerin.

Softmerino – meine Lieblingswollstrumpfhose

Habt Ihr auch noch ein Kinder-Strumpfhosen-Trauma? Kratzige Strumpfhosen? Unmögliche Farben? Oder zu kurze Strumpfhosenbeine? Irgendetwas hatte wohl jeder von uns. Viele Jahre habe ich keine Wollstrumpfhose angesehen oder gar gekauft. Im Strumpfladen meines Vertrauens, EDER am Viktualienmarkt in München, fragte ich aber dann doch mal nach feinen Wollstrumpfhosen, die nicht kratzen und in die auch normale und große Oberschenkel passen, so daß die Strumpfhose bis in den Schritt reicht. Man empfahl mir die Softmerino von FALKE.

Falke Softmerino

Die Strumpfhosen bestehen aus 55% Schurwolle, 28% Baumwolle, 15% Polyamid und 2% Elastan. Durch eine spezielle Technik befindet sich die weiche Baumwolle innen und die wärmende Merinowolle außen am Strumpf. Sie hat ein sehr feines Maschenbild, wie Ihr unten an der Detailaufnahme im Fersenbereich sehen könnt.

Diese Strumpfhosen kratzen nicht, sind ausreichend lang, sie wärmen und sind fein genug für’s Business Outfit, halten sehr lange (bei mir zwei Winter) und lassen sich in der Waschmaschine waschen.
(Und man muß sie nicht, wie ich oben, eine Größe größer bestellen, sie passen.)

Rundherum eine Empfehlung.
Zu beziehen im FALKE Online-Shop für 35€ in neun Farben und in den Größen 36 bis 50.

Falke Softmerino Detail

Meine Pins

  • paul green Hightop-Sneaker

  • UGG Fell-Boots NAVEAH

  • AGL ATTILIO GIUSTI LEOMBRUNI Plateau-Stiefeletten

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